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Seniorenzentrum St. Fridolin

Meine alte Haustüre

Mit der 'eigenen Haustüre' soll demenziell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern der Schritt in eine neue Umgebung erleichtert werden.

Das Seniorenzentrum St. Fridolin in Lörrach ist eine stationäre Pflegestation für Senioren mit ganzheitlichem Betreuungskonzept, speziell für demenziell erkrankte Menschen. Mit einem vielfältigen Angebot soll älteren Menschen ein individueller und selbstbestimmter Lebensweg ermöglicht werden.

Erklärtes Ziel ist es, den Menschen mit der Vielfalt seiner Eigenschaften, seinen Vorlieben, Eigenheiten und Gewohnheiten, seiner Fähigkeiten und Defizite ernst zu nehmen und seine individuelle Lebensgeschichte zu berücksichtigen. Die langjährige Erfahrung in der vollstationären Pflege hat den Mitarbeitern vor Augen geführt, dass dementiell erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner teilweise große Probleme haben, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.

Aus diesem Grund hat das Seniorenzentrum das Projekt 'Meine alte Haustüre' ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich mehr als nur eine dekorative Idee, sondern um eine Erhöhung der Lebensqualität. Die Maßnahme, um dieses Ziel zu erreichen, ist ganz simpel: Die Angehörigen müssen lediglich ein Foto von der alten Haustür des Bewohners abgeben, das Seniorenzentrum kümmert sich danach um die Bestellung und die Anbringung der in Auftrag gegebenen Klebefolien an den Türen der Bewohnerinnen und Bewohner.

Bei einem Einzug in ein Pflegeheim kann die 'eigene Haustür' dazu beitragen, gedanklich ein Stück von zu Hause mitzunehmen und leichter den Schritt in eine neue Umgebung zu wagen. Denn die meisten Menschen wollen in ihrer vertrauten Wohnungsumgebung bleiben, auch wenn sie auf Hilfe und Pflege angewiesen sind.

#3Fragen3Antworten mit Patrick Ball

Im Seniorenzentrum St. Fridolin im südbadischen Lörrach leben 81 ältere pflegebedürftige Menschen zusammen. Hier finden sie ein Zuhause. Damit sich alle Bewohner auch richtig heimisch fühlen, bekommen sie nun ihre 'eigene Haustüre'. Warum, erklärt uns Patrick Ball, Geschäftsführer und Einrichtungsleiter.

Patrick Ball ist Geschäftsführer und Einrichtungsleiter des Seniorenzentrums St. Fridolin.

Warum ist die Geborgenheit und Vertrautheit für alte Menschen so wichtig?

"Jeder Mensch ist einzigartig. Er hat ein Leben, das reich ist an prägenden Erfahrungen. Danach richtet sich unser Verhältnis zu den Bewohnern und ihren Angehörigen. Wohnen ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Insbesondere ältere Menschen möchten sich heimisch fühlen. Die eigene Wohnung ist ein zentraler Lebensort. Deshalb wollen die meisten in ihrer vertrauten Wohnumgebung bleiben, auch wenn sie auf Hilfe und Pflege angewiesen sind. Doch das geht leider nicht immer."

Was wird dank des Engagements unserer Teilnehmer umgesetzt?

"So viel Mühe sich Einrichtungen auch geben, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Für die Menschen, die neu dort wohnen, ist es eine fremde Umgebung. Sie gehen den Gang entlang, alle Türen sehen anonym gleich aus. Da ist schon das Wiederfinden des eigenen Zimmers ein Problem, ganz zu schweigen vom Wohlfühlen.

Im Rahmen unseres Projekts bekleben wir die Türen unserer Bewohner mit einem großen Abbild ihrer alten Haustüre. So schaffen wir eine wohlige und vertraute Umgebung. So schaffen wir es zudem, das institutionelle Bild von Pflegeeinrichtungen aufzubrechen und Vielfalt und Individualität hervorzuheben."

Was ist Ihre Motivation, Menschen zu helfen?

"Hierzu passt sehr gut ein Satz aus unseren Grundlagen der Zusammenarbeit: 'Wir ermöglichen mit unseren vielfältigen Angeboten Menschen einen individuellen und selbstbestimmten Lebensweg, den sie nach ihren spezifischen Bedürfnissen, Möglichkeiten und Vorstellungen gestalten können.' Das ist Motivation, Antrieb und Herausforderung genug."

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